Bioenergiedorf Jühnde
Ausgangslage
Die Gemeinde Jühnde in Niedersachsen mit ihren 750 Einwohnerinnen und Einwohnern ist die erste Kommune Deutschlands, die ihre benötigte Energie selbst auf der Basis von Biomasse erzeugt. Die Idee wurde im Jahr 2001 vom Interdisziplinären Zentrum für Nachhaltige Entwicklung der Universität Göttingen und Kassel/Witzenhausen entwickelt. Ein Forscherteam hat die Begleitforschung unter Förderung durch die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe FNR. e.V. durchgeführt.
Projektbeschreibung
Im Jahr 2005 wurde die Bioenergieanlage bestehend aus einer Biogasanlage und einem Biomasseheizwerk in Betrieb genommen. Ein Nahwärmenetz bringt die Energie seitdem zu den Haushalten. Lokale Landwirte produzieren die benötigten Rohstoffe: Mais, Weizen, Sonnenblumen, Restholz, Schweine- und Rindergülle. Die Gesamtinvestitionskosten umfassen 5,2 Mio. Euro.
Ergebnis
Etwa zwei Drittel der Haushalte und alle öffentlichen Gebäude werden mit Strom und Wärme aus Erneuerbaren Energien versorgt. Die Biogasanlage mit dem Blockheizkraftwerk hat eine Leistung von 716 KWel. Hiermit werden jährlich ca. 5 Mio. Kilowattstunden (kWh) Strom und damit mehr als das Doppelte des Jühnder Strom-Bedarfs produziert. Zusammen mit einem Holzhackschnitzelheizwerk von 550 kW wird der Wärmebedarf der Einwohnerinnen und Einwohner sichergestellt. Die Wärme wird über ein ca. 6km langes Nahwärmenetz in die Haushalte transportiert. Mittlerweile hat sich das Bioenergiedorf zum Tourismusmagneten entwickelt: Jedes Jahr informieren sich zahlreiche Besucher aus dem In- und Ausland über die Anlagen in Jühnde.
Auszeichnungen
- Europäischer Solarpreis 2005 der Europäischen Vereinigung für Erneuerbare Energien (EUROSOLAR e.V.)
- Umweltpreis des Landes Niedersachsen 2005
- Tassilo Tröscher Preis 2005 der Agrar Sozialen Gesellschaft e.V.
Weitere Informationen
Quelle und weiterführender Link: http://www.bioenergiedorf.de.
